Bridge-Quiz

🃏 Neu: Unsere Bridge-Wissensreihe mit Quiz-Faktor!

Liebe Bridge-Begeisterte,

Ob Reizung, Eigenspiel oder die richtige Verteidigung – beim Bridge lernt man bekanntlich nie aus. Um unser Wissen gemeinsam ein wenig aufzufrischen und die grauen Zellen in Schwung zu halten, starten wir ab sofort eine neue Wissens- und Quizreihe!

Was erwartet dich?

  • Kompaktes Wissen: Kurze, knackige Tipps, Kniffe und Strategien rund um unser Lieblingsspiel.

  • Knifflige Quizfragen: Zu jedem Beitrag gibt es eine passende Hand oder eine knifflige Frage zum Mitraten. Die Auflösung folgt immer direkt im gleichen Beitrag.

  • Regelmäßigkeit:  1 bis 2 Mal pro Monat

 

Bei den nächsten Beiträgen werden wir uns mit dem Thema Revers beschäftigen.

 

Quiz 1.

Das Revers-Gebot im Bridge

Für weniger erfahrene Spieler ist das Revers-Gebot (engl. Reverse) wahrscheinlich einer der am wenigsten verstandenen Bereiche des Spiels. Das Thema sorgt regelmäßig für Verwirrung, und man hört am Tisch oft die Frage: „War das jetzt eigentlich ein Revers?“

Dabei ist ein Revers keine Frage der persönlichen Entscheidung, sondern ergibt sich zwingend aus der Struktur des Reizsystems – ob es einem gefällt oder nicht.

Wann liegt ein Revers vor?

Nach einer Farb-Eröffnung auf 1er-Stufe und einer Antwort des Partners auch auf 1er-Stufe (oder 1SA) liegt ein Revers-Gebot vor, wenn das Rebid des Eröffners auf 2er-Stufe in einer höherrangigen Farbe erfolgt.

Beispiele:

a) 1 ♦️-1♠️-2❤️

b) 1❤️-1NT-2♠️

In beiden Fällen hat der Eröffner ein Revers-Gebot abgegeben. Er signalisiert damit ein starkes Blatt mit mindestens 16 oder 17 Figurenpunkten (je nach Verteilung).

Für die obigen Beispiele könnte der Eröffner folgende Hände halten:

a.) ♠️:K32 ❤️:AD32♦️:AKJ652

b.) ♠️:AD65 ❤️:KDJ76♦️:AD23

 

Die Verteilung beim Revers

Ein Revers-Gebot zeigt in der Regel eine Viererkarte in der Revers-Farbe und eine mindestens fünfer Länge in der Eröffnungsfarbe.

Mit einem ausgeglichenen Blatt ist kein Revers erforderlich – hier eröffnet man entweder direkt 1NT oder bietet 2NT im zweiten Lizitrunde. Da ein Revers eine sehr starke Hand zeigt, darf der Eröffner mit einem Minimum (z. B. 12–16 Punkte) keinesfalls ein Revers bieten! Er muss stattdessen ein anderes, nicht-forcierendes Rebid finden.

Teste dein Wissen im folgenden Quiz!

Ein wichtiger Hinweis zur Reizung auf 2er-Stufe

Ich empfehle, sich vorerst nicht mit Revers-Situationen zu beschäftigen, die nach einer Antwort auf  2er-Stufe entstehen. Am besten spielt man es so, dass eine Antwort auf  2er-Stufe z. Beispiel: 1❤️-2ohnehin natürlich oder seminatürlich und spielzwingend (Game Forcing) ist.

Da der Partner das Vollspiel nicht mehr verpassen kann, darf der Eröffner eine höherrangige Farbe bieten, ohne dafür Extrawerte (Zusatzpunkte) zu versprechen.

Beispiel: Die Sequenz 1❤️-2 -2♠ ist zwar von der Struktur her ein „Revers“, garantiert aber keine Extrawerte (auch wenn der Eröffner sie natürlich haben kann)

Mit einer minimalen Hand wäre das klassische Gebot in dieser Situation 2❤️, was in diesem Fall keineswegs eine Sechserlänge in Herz garantieren muss.

 

♠ 2
♥ K32
♦ AQ76
♣ K8764

Du Opp. Partner Opp.
1♠ Pass 1♠ Pass
??

Wähle die Antwort:

1.  – 1SA
2.  – 2♠
3.  – 2♦
4.  – 2♥

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Korrekte Antwort ist 2❤️.

Normalerweise zeigt eine Hebung an dieser Stelle eine Viererkarte. Dies ist jedoch einer der seltenen Fälle, in denen eine Unterstützung mit nur drei Karten völlig in Ordnung ist. Man besitzt drei Karten in der Farbe des Partners inklusive einer Trumpffigur, und es gibt schlicht keine bessere Option:

  • Eine Wiederholung der schwachen, nur fünfer Trefffarbe kommt nicht in Frage.

  • Ein Revers-Gebot scheidet mangels Stärke aus.

  • 1NT mit einem kleinen Pik-Singleton? Vergiss es!

Übrigens würden viele Experten mit dieser Hand 1♦ eröffnen, um das potenzielle Rebid-Problem von vornherein zu vermeiden, falls die Antwort des Partners 1♠ gelautet hätte.